Indexzertifikate

Indexzertifikat (Partizipationszertifikat, Indexanleihe, Indextracker) – Erklärung und Funktion

Es ist statistisch erwiesen, dass die Mehrzahl der aktiv gemanagten Investmentfonds ihre Benchmark (Index) nicht dauerhaft outperformen. Trotzdem fallen hohe Ausgabeaufschläge (ca. 3 bis 5 Prozent) und jährliche Managementgebühren (ca. 1 bis 2 Prozent) an. Im Extremfall muss der Anleger bei der Rückgabe der Fondsanteile eine Rücknahmegebühr entrichten.

Daher wollen viele Anleger direkt in den Index investieren. Dafür bieten sich einerseits ein „Index-Investmentfonds“ (zB: ETF) an oder ein kostengünstiges Indexzertifikat an.
Ein Indexinvestment ist ideal, um mit nur wenigen Transaktionen ein stark diversifiziertes Aktien-Portfolio zu erhalten. Dadurch kann der Anleger das „unsystematische“ Risiko reduzieren (das „systematische“ Risiko“ bleibt jedoch bestehen).

Der Anleger partizipiert linear (dh: 1:1) an der Wertentwicklung des dem Indexzertifikat zugrunde liegenden Index. Um auch für niedrige Anlagebeträge investierbar zu sein bzw. um die Feingewichtung in den Portfolios zu erleichtern, werden Indexzertifikate in der Regel mit einem bestimmten „Bezugsverhältnis“ zum zugrunde liegenden Index gehandelt.
Bsp: Wenn der DAX (Deutsche Aktien Index) bei 6500 Indexpunkten steht, wird ein Indexzertifikat mit einem Bezugsverhältnis 100:1 (oder anders ausgedrückt mit einer Bezugsmenge von 0,01) 65 Euro kosten.

Indexzertifikate können „Open End“ oder mit einer fixen Laufzeit begeben werden. Bei Indizes außerhalb der Eurozone wirken sich Wechselkursschwankungen ebenfalls auf die Wertentwicklung des Zertifikats aus. Dies kann durch den Erwerb von einem „Quanto-Zertifikat“ vermieden werden.

Es wird zwischen einem „Kursindex“ und einem „Performanceindex“ unterschieden. Bei einem Kursindex (zB: Euro Stoxx 50 Index) werden keine ausgeschütteten Dividenden in der Indexberechnung berücksichtigt. Bei einem Performanceindex (zB: DAX, MDAX, TecDAX) werden ausgeschüttete Dividenden in der Indexberechnung berücksichtigt (reinvestiert).

Tip: Der Anleger sollte möglichst in Performanceindizes investieren, da er damit auch von den ausgeschütteten Dividenden profitiert. Bei einer Dividendenrendite von ca. 3 Prozent und einer Laufzeit von 10 Jahren ergibt dies unter der Prämisse einer Wiederveranlagung der ausgeschütteten Dividenden einen Mehrertrag von ca. 34 Prozent gegenüber der dividendenlosen Wertentwicklung.

Ein Indexzertifikat ist in der Regel kostengünstig, da oftmals kein Ausgabeaufschlag und keine Managementgebühr vom Emittenten verrechnet werden. Es fällt in der Regel nur der Spread zwischen Geldkurs und Briefkurs an.

Tipp: DAX-Indexzertifikate ohne Spread: DE0005437412 (ABN-Amro), DE0007029795 (Commerzbank), DE0007093353 (Deutsche Bank);

Die Emittenten können sehr liquide Indizes deshalb so günstig anbieten, da die Emittenten den Index nicht über ein direktes Aktienengagement abbilden, sondern das Zertifikat über hochliquide, kostengünstige Futures auf den Index strukturieren.

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