Discountzertifikate

Discountzertifikate

Indexzertifikate gewinnen üblicherweise nur in einer Hausse an Wert. Bei hingegen stagnierenden bzw. leicht fallenden Kursen kann der Anleger auch mit Aktienanleihen oder mit Discountzertifikaten Geld verdienen.

Definition Discountzertifikat

Discountzertifikate sind börsennotierte Wertpapiere, die dem Inhaber einen Abschlag (Discount, Rabatt) auf den Preis des zugrunde liegenden Basiswertes gewähren, jedoch gleichzeitig die Wertsteigerung durch eine Obergrenze (Cap) limitieren.


Worauf sich Discountzertifikate beziehen können

Folgende Basiswerte sind für Discountzertifikate u.a. möglich:

• Einzelaktien
• Aktienkorb
• Wertpapierindex
• Anleihen

Funktionsweise von einem Discountzertifikat

Discountzertifikate haben mit Aktienanleihen einige Gemeinsamkeiten:

• Verbriefung eines Stillhaltergeschäfts
• Performancevorteile bei stagnierenden Kursen
• Begrenzte Laufzeit
• Begrenzte Gewinnchance
• Keinen Anspruch auf Dividenden
• Andienung des Basiswertes möglich
• Totalverlust möglich
• Keine vollständige Kapitalgarantie möglich

Ausgangslage – Emissionsbedingungen:

Wertpapier: Muster-AG Discountzertifikat
Bezugsverhältnis: 1:1
Fälligkeit (Laufzeit): 12 Monate
Cap: 110 Euro
Aktueller Kurs des Zertifikats: 80 Euro
Aktueller Kurs der Muster-AG Aktie: 100 Euro

Ein Cap von 110 Euro bedeutet, dass das Zertifikat höchstens einen Wert von 110 Euro erreichen kann. Selbst wenn die Aktie der Muster-AG auf zB 5.000 Euro steigen würde, hat man eine begrenzte Gewinnchance von 30 Euro pro Zertifikat.
Der maximale Gewinn des Zertifikats beträgt daher 37,50 % (von 80 Euro auf 110 Euro = 37,50%).

Der maximale Gewinn von 37,50 % wird daher schon bei einem moderaten Anstieg des Basiswertes von 10 % erreicht.

Nur wenn die Aktie über 137,50 Euro notiert (und damit um 37,50 % steigt), wäre ein Direktinvestment in die Aktie besser gewesen.
Liegt der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende unter dem Cap, gibt es zwei Rückzahlungsmöglichkeiten:

• Andienung des zugrunde liegenden Basiswertes (Aktie)
• Das Zertifikat wird zum Stichtagskurs in Bar zurückgekauft („Cash-Settlement“)

Wenn der Kurs der Muster-AG am Laufzeitende bei 100 Euro stagniert erreicht man mit dem Discountzertifikat eine Rendite von 25 % (Anstieg von 80 Euro auf 100 Euro). Bei einem Direktinvestment in der Aktie hätte der Anleger hingegen keinen Gewinn gehabt.

Wenn der Kurs der Muster-AG am Laufzeitende auf 90 Euro fällt, erwirtschaftet das Discountzertifikat einen Gewinn von 12,50 % (Anstieg von 80 Euro auf 90 Euro). Der Aktionär hätte hingegen einen Verlust von 10 % zu verzeichnen.

Wenn der Kurs der Muster-AG am Laufzeitende auf 80 Euro fällt, verbucht auch das Discountzertifikat keinen Gewinn mehr. Beim Direktinvestment hätte der Anleger hingegen 20 % Verlust erlitten.

Erst bei einem Aktienkurs von unter 80 Euro hilft auch der Risikopuffer von 20 Euro nicht mehr und das Zertifikat rutscht in die Verlustzone.
Der Verlust ist aber durch den Risikopuffer von 20 % (bzw Euro) immer geringer als beim Direktinvestment.

Diese Szenarien zeigen, dass ein Discountzertifikat üblicherweise ein besseres Chance/Risiko-Profil hat als ein traditionelles Direktinvestment.


Das richtige Discountzertifikat

Durch die Wahl des passenden Cap kann der Anleger gemäß seinem Chance/Risikoprofil (fast) jede Marktphase ausnutzen.

Der Anleger kann zwischen drei Möglichkeiten wählen:

Cap liegt über dem aktuellen Stand des Basiswertes

Bei einem Cap-Abstand von mehr als zehn Prozent zum Basiswert (auch „out-of-the money“ genannt) hat der Anleger die Chance auf eine hohe Maximalrendite bei einem vergleichsweise geringen Risikopuffer. Solche Zertifikate sind erste Wahl für Anleger, die auf einen moderaten Anstieg des Basiswerts setzen und dabei ihre Rendite gegenüber einem Direktinvestment optimieren wollen.
Cap liegt in der Nähe des aktuellen Stands des Basiswertes
Hier wird die Maximal-Rendite bereits erreicht, wenn der Basiswert bloß seitwärts läuft. Kurssteigerungen sind nicht erforderlich da der Anleger daran nicht mehr partizipiert. Der Risikopuffer fällt bei solchen „at-the-money-Zertifikaten“ deutlich höher aus als bei der ersten Variante.

Cap liegt unter dem aktuellen Stand des Basiswertes

Bei dieser Variante liegt der Cap des Discountzertifikats ca. zehn Prozent unter dem aktuellen Kurs des Basiswertes.
Sogar wenn der Basiswert mehr oder weniger stark nachgibt, kann man mit diesen „in-the-money-Produkten“ attraktive Renditen erzielen, die aber nicht so hoch sind wie bei Zertifikaten mit höherem Cap.

Die Konstruktionsweise von einem Discountzertifikat

Mit ihrem Chance/Risikoprofil und ihren zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten sorgen Discountzertifikate zweifelsohne für eine Revolution der privaten Geldanlage. Das dahinter stehende Prinzip „Rabatt durch Cap“ ist freilich alles andere als revolutionär – institutionelle Investoren wie Banken, Versicherungen oder Pensionsfonds nutzen diese Methode schon seit Jahren, um die ihre Rendite zu optimieren.

Daher konstruieren Emittenten nun auch für den Privatanleger Discountzertifikate.

Discountzertifikate setzen sich aus dem Kauf des zugrunde liegenden Basiswertes und dem Verkauf einer Call-Option auf diesen Basiswert zusammen. Es handelt sich dabei wie bei der Aktienanleihe (covered short put) um ein verbrieftes Stillhaltergeschäft. Beim Discountzertifikat (covered short call) wird in der Praxis auch der Begriff „Covered Call Writing“ verwendet.

Der Ausübungspreis der Call-Option (Strike) definiert den Cap des Discountzertifikates. Die erhaltene Optionsprämie ermöglicht den gewährten Discount. Je höher die implizite Volatilität desto höher ist auch die vereinnahmte Optionsprämie und desto höher ist auch der gewährte Discount. Fallende implizite Volatilitäten tragen daher (während der Laufzeit) zu einem Wertanstieg des Discountzertifikats bei. Steigende implizite Volatilitäten führen umgekehrt zu einem vorübergehenden Wertverlust des Discountzertifikats

Durch die Konstruktionsweise eines Discountzertifikats ist eine vollständige Kapitalgarantie nicht möglich.


„Rollende“ Discountzertifikate (Rolling-Discountzertifikat)

Discountzertifikate haben den Nachteil, dass sie eine begrenzte Laufzeit haben. Die beliebte „buy and hold“ Strategie ist daher nicht möglich. Dieses Manko wird durch die Konstruktion von „Rolling Discountzertifikaten“ behoben.

Bei dieser „open end“ Konstruktion wird ein Discountzertifikat bei Fälligkeit durch ein anderes Discountzertifikat ersetzt. Durch diese rollende Konstruktion erspart sich der Anleger die laufenden Transaktionsgebühren und fällt nicht unter einen allfälligen Spekulationstatbestand.

Üblicherweise wählt der Emittent ein Discountzertifikat mit einer Restlaufzeit von einem Monat sowie einem „at the money“ liegenden Cap (Strike).

Auf Basis dieser Konstruktion kann der Anleger den eingenommenen Discount maximieren, da der Ertrag von 12 Discounts (mit einem Monat Restlaufzeit) üblicherweise deutlich höher ausfällt als der Discount bei einem normalen Discountzertifikat das einmalig auf 12 Monate veranlagt wird.

Der monatliche Investitionszyklus gewährleistet, dass der Cap immer an das aktuelle Marktgeschehen angepasst wird.

Der Cap muss aber nicht unbedingt immer „at the money“ gewählt werden. Die Emittenten bieten auch Rolling Discountzertifikate an mit folgender Cap-Auswahl an:

• Cap „in the money“ (für risikoscheue Investoren)
• Cap „out of the money“ (für risikofreudige Investoren)
• Cap wird je nach Markteinschätzung des Emittenten flexibel gewählt („Rolling Flex Discountzertifikate“)

Rückberechnungen der Emittenten sollen beweisen, dass „rollende“ Discountzertifikate einem Direktinvestment in den Basiswerten langfristig überlegen sind.

Weitere Infos (Links) zum Thema “Zertifikate” (bitte unten klicken):

Zertifikate – Funktion (Alle)


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