Unternehmensanleihen – Corporate Bonds
Feb 8th, 2009 | By Mahalakshmi | Category: AllgemeinUnternehmensanleihen – hohe Renditen
Die Finanzmarktkrise hat zu einer drastischen Erhöhung der Risikoprämien (Spreads) bei Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) geführt. Diese Renditeaufschläge (Spreads) der Unternehmensanleihen (Corporatebonds) für Unternehmen guter und weniger guter Bonität sind im historischen Kontext einmalig hoch und stellen eine für mutige Anleger eine gute Einstiegsgelegenheit bei der Anlageklasse Unternehmensanleihen dar.
Warum sind Unternehmensanleihen gefallen?
Mitte 2007 zeichnete sich ein Platzen der Blase am US-Immobilienmarkt ab, welche die weltweite Rezession auslöste. Dadurch erfuhren Finanzinstitute, Versicherungen, Pensionskassen und private Kapitalanleger Vermögensverluste durch Abschreibungen. Die Geldhäuser waren gezwungen, das in der Höhe gesetzlich vorgeschriebene Eigenkapital auch mittels des von der Bundesregierung gewährten „Rettungspaketes“ zu erhöhen. Durch die Abschreibungen auf der Aktivseite wurde die Kreditvergabe der Banken strenger, wodurch sich die Refinanzierung der Finanzmittel suchenden Unternehmen unnötig erschwerte – dies wirkte sich auch auf die Corporatebonds aus.
Bei Anlegern und Gläubigern von Unternehmensanleihen setzte sich wegen der sich abzeichnenden Rezession eine Neubewertung der inhärenten Risiken von Unternehmensverbindlichkeiten bzw. Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) ein. In den Jahren von 2004 bis Anfang 2007 waren das Risikoverständnis und somit die Spreads der Unternehmensanleihen gegenüber fristenkongruenten Staatsanleihen auf sehr geringem Niveau. Grund für das damalige Umfeld bei Unternehmensanleihen waren die geringen erwarteten Unternehmensinsolvenzen, wodurch sich die Gläubiger mit einer relativ geringen Zusatzrendite bei Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) zufrieden gaben.
Bei einer Verdüsterung am Konjunkturhimmel hingegen gehen die Investoren in Unternehmensanleihen (bei Unternehmen guter Bonität, sogenannten Investment Grade Bonds) von leicht steigenden Unternehmensausfällen aus. Daher sind Käufer von Corporatebonds gezwungen, dem Risikogehalt ihrer gewünschten Unternehmensanleihen zu frönen und für diese Unternehmensanleihen höhere Risikoprämien in Form höherer Zinskupons oder niedriger Unternehmensanleihenkurse zu verlangen.
Die eingeschränkte Handelbarkeit infolge Firsesales von Großinvestoren und mangelnde Liquidität durch gesunkene Risikobudgets manifestierte sich in gesunkenen Kursen von Unternehmensanleihen (Firmenanleihen) – wodurch ebenfalls eine höhere Entlohnung seitens der Gläubiger zu Stande kommt.
Durch diesen Einpreismechanismus bei den Coporatebonds steigt der Schuldendienst in Form höherer Refinanzierungskosten, was zusätzlichen Druck auf das operative Ergebnis der Unternehmen auslöst.
Daran Schuld waren unter anderem auch die Insolvenzen von Bear Stearns und Lehman Brothers. Neben den Risikoaufschlägen bei Unternehmsanleihen für Unternehmen guter und schlechter Bonität stiegen auch die Risikoaufschläge für Pfandbriefe, deren Kreditqualität bis dato mit einem einwandfreien
AAA-Rating eingestuft wurde.
Unternehmensanleihen Kaufen
Meiner Ansicht nach sind Unternehmensanleihen bei leicht steigenden Insolvenzen sehr attraktiv bewertet. Warnung: Falls die Insolvenzen und Ausfälle bei Unternehmensanleihen jedoch apokalyptische Ausmasse annehmen würden, würden die hohen Kupons bei Unternehmensanleihen selbst bei einer hohen Recoveryrate nicht aussreichen um die zahlreichen Defaults auszugleichen.
Unternehmenanleihen von Versorgern und Telekommunikationsdienstleistern könnten die Finanz-Krise überleben. Mit dem Anziehen der Konkunktur werden sich die Risikoprämien (Zinskupons) bei den Unternehmensanleihen wieder ratierlich reduzieren. Dieses dürfte sich in steigenden Anleihenkursen bei Corporatebonds manifestieren. Mit Unternehmenanleihen wird man in nächster Zeit wahrscheinlich eine höhere Rendite als mit Aktien, Goldaktien wie Royal Gold, Gold-ETF oder Mikrokrediten erzielen.
